schneekugel

Nicole Beisel – Der Zauber der Schneekugel

€7.90

Taschenbuch, 100 Seiten
ISBN: 978-3-944648-62-0
Preis: 7,90 Euro  inkl. MwSt., zuzüglich Versand

Produktbeschreibung

Taschenbuch, 100 Seiten
ISBN: 978-3-944648-62-0
Preis: 7,90 Euro  inkl. MwSt., zuzüglich Versand

Endlich hat sich Anabel ihren langersehnten Traum erfüllt: Sie hat ihren eigenen Souvenirladen mitten in Glasgow eröffnet. Auch viele ältere und gebrauchte Gegenstände finden einen Platz in ihren Regalen.
Als sie eines Tages in einer der Kisten eine Schneekugel entdeckt, ist es um sie geschehen. Sie gefällt Anabel so gut, dass sie beschließt, die Kugel selbst zu behalten. Sie erfreut sich täglich an ihrer neuen Errungenschaft, doch das ändert sich, als ein gewisser Herr namens Barry McMillan ausgerechnet bei ihr nach dieser Kugel sucht.
Anabel ringt mit sich, denn sie möchte die Schneekugel nur ungern wieder hergeben. Als Barry ihr vertrauensvoll erzählt, dass diese Kugel eine besondere Bedeutung für ihn hat und dass sie sogar verzaubert sein soll, erkennt Anabel, dass diese Schneekugel ein wahrer Glücksbringer sein muss.
Aber wird sie dem Zauber der Schneekugel auf die Spur kommen? Schließlich ist die Auflösung des Rätsels an zwei Bedingungen geknüpft und Anabel spielt hierbei eine nicht unerhebliche Rolle …

 

Leseprobe:

»Ja. Scheinbar lässt sich der Schnee dieses Jahr Zeit.
Vielleicht wartet er auf Heiligabend.«
Anabel runzelte die Stirn. Der erste Schnee des Jahres
war noch nie an Heiligabend gefallen, zumindest nicht
seit sie denken konnte. Und außerdem, was sollte dieser
geheimnisvolle Unterton in Barrys Stimme, den sie deutlich
wahrnahm?
»Kann sein, aber das würde mich sehr wundern«, gab
sie zu bedenken.
Barry erwiderte nichts mehr hierauf und setzte seinen
Weg ganz automatisch ins Murphy’s fort, wo sie am
Tag ihrer ersten Begegnung etwas trinken waren. Barry
hielt ihr ganz gentlemanlike die Tür auf und ließ sie eintreten.
Sie wählten einen Tisch in der Nähe der Fenster,
damit sie nichts verpassten, falls nun doch noch der erste
Schnee vom Himmel fiel. Sie bestellten sich beide einen
Tee und einen Salat. Anabel war noch immer nervös
und wusste nicht viel zu sagen, doch Barry fand immer
neue Gesprächsthemen und lockerte die Stimmung somit
schnell auf. Bald hatte Anabel alle Zweifel vergessen
und fühlte sich sogar richtig wohl in Barrys Gegenwart.
Als nach dem Essen auch die Tassen geleert waren, fragte
Barry: »Hast du es eilig?«
Anabel verneinte, und Barry nutzte die Chance und
bestellte zwei weitere Tassen Tee. Anabel hatte gar nichts
dagegen, im Gegenteil. Sie wollte gar nicht, dass dieser
Tag zu Ende ging. Sie fühlte sich Barry von Minute zu
Minute näher und nahm sich vor, ihren Eltern am Abend
von ihm zu berichten und ihnen mitzuteilen, dass er an
Weihnachten ihr Gast sein würde. Anabel ahnte bereits,
wie ihre Eltern reagieren würden, doch sie ließ sich nicht
beirren.
»Es wird langsam Zeit. Wir sitzen schon seit drei Stunden
hier.«
Anabel erschrak, als sie auf die Uhr schaute, die ihr Barrys
Aussage bestätigte.
»Oh, so spät schon. Ich muss auch noch mal in den
Laden.« Barry bezahlte wie selbstverständlich die Rechnung
und erhob sich.
»Du kannst mich doch nicht schon wieder einladen!«,
protestierte Anabel, doch Barry unterbrach sie.
»Doch, das kann ich, weil ich es gerne tue.« Anabel
nickte.
»Na schön. Vielen Dank für die Einladung.«
Wieder hatten sie eine Art Rendezvous hinter sich gebracht.
Bedeutete das, dass sie nun einen neuen Bekannten
hatte oder sogar einen guten Freund? Es war
seltsam, aber genau so kam es ihr vor, als hätte sie einen
neuen Freund gewonnen. Vielleicht war das ihr kleines
Weihnachtswunder.
Barry begleitete sie bis zu ihrem kleinen Laden und bedankte
sich dafür, dass sie seine Einladung angenommen
hatte.
»Gerne doch. Ich habe zu danken. Ich muss sagen, seit
ich dich kenne, ist mein Leben nicht mehr ganz so langweilig.
« Anabel spielte mit dem Feuer, doch das war ihr
egal. Sie fühlte sich gut und hatte nichts zu befürchten.
»Das freut mich. Vielen Dank und bis bald.« Barry verabschiedete
sich mit einem sanften Kuss auf die Wange
und ließ sie dann einfach ohne ein weiteres Wort stehen.
Anabel schaute ihm völlig überrascht hinterher, unfähig
sich zu rühren. Viele Fragen schwirrten ihr durch den
Kopf, während sie hektisch nach ihrem Schlüssel suchte.
Plötzlich erschienen ihr die letzten Stunden völlig verrückt.
Erst tauchte Barry überraschenderweise bei ihr auf,
lud sie zum Mittagessen ein, bot ihr das Du an und küsste
sie zum Abschied auf die Wange. Ein wunderbarer Kuss …
Anabel fühlte sich leicht und beschwingt und fragte sich
schon jetzt, wann sie ihn wiedersehen würde. Sie musste
ihn wiedersehen, schließlich würde er Weihnachten mit
ihr und ihren Eltern verbringen und es war noch gar
nichts Genaues vereinbart. Wie in Trance bereitete Anabel
alles für den kommenden Montag vor und eilte danach
direkt nach Hause. Sie freute sich auf ihre warme
Decke und das Sofa und brauchte erst einmal eine Weile,
um sich wieder zu beruhigen. Wie weich sich seine Lippen
auf ihrer Haut angefühlt hatten, sein warmer Atem
an ihrer kalten Wange. Sie wusste nicht, in welche Richtung
diese Geschichte ging oder ob sie überhaupt eine
Richtung einschlug, doch sie war glücklich. Sie war froh
darüber, Barry kennengelernt zu haben und hoffte, dass
sie noch lange in Kontakt bleiben würden. Die Schneekugel
hatte ihr Glück gebracht.
Freudig wählte sie die Nummer ihrer Eltern. Beim dritten
Klingeln hob ihre Mutter ab.
»Mutter, wir feiern Weihnachten zu viert.«