Brigitte Martin-Russo

Brigitte Martin-Russo wurde 1947 als Älteste von sechs Kindern in Kiel geboren und lebt seit 40 Jahren in Neumünster, im Herzen Schleswig-Holsteins.

Nach ihrer Scheidung vor 12 Jahren fand sie zurück zu ihrer Schreibleidenschaft und nahm regelmässig an Ausschreibungen teil.

Ihre Gedichte wurden unter anderem im
Bertelsmann Club, in der Klassischen Editon der Frankfurter Bibliothek und Bibliothek deutschsprachiger Gedichte veröffentlicht.

Ihre Texte und Gedichte schreibt sie voller Gefühl, Leidenschaft und mit viel Herz.
Berühren möchte sie mit ihren Gedichten, aufmuntern und Trost und Mut spenden.

Aber nicht nur das Schreiben gehört zu ihren Leidenschaften. Mit viel Liebe stellt Frau Martin-Russo Kollagen her, die sie “Seelenbilder” nennt.

Veröffentlichungen:

“Sehnsucht meiner Schattenwelt”

Leseprobe:

Tautropfen

Tautropfen weckten mich auf, als ich im Schilfgras schlief,
am Ufer meiner zerbrochenen Träume.
Ich öffnete die Augen, Tautröpfchen klebten an meinen Wimpern,
und ich sah die Welt wie durch einen Schleier.
Alles war unklar, verschwommenes Glitzern hüllte mich lilafarben ein.
Genauso ohne Klarheit war mein Leben
und dieser Kummer ließ mich durch die Nacht irren.
Ich wollte meine Gedanken entfliehen,
die mich ruhelos, grübelnd im Bett liegend überfielen.
Die Erschöpfung ließ mich hier landen, im harten Schilfgras ruhen,
aber es war mein wärmster Zufluchtsort,
ein weiches Bett der neuen Träume.
Bewegungslos lag ich hier, im feuchten Schilfgras,
benetzt von tausend Tautröpfchen
und das Morgenrot küsste mit rosa warmen Lippen all meine Tränen
und die Tautropfen fort.
Auf einmal konnte ich die Stimme des vorbeifließenden Flusses verstehen.
Sein Gurgeln und fröhliches Plätschern war wie
Flaschengrüne Zukunftsmusik in Dur und Hoffnungs-Mol.
Ja, jetzt sah ich meinen Lebensweg wieder klar vor mir.
Ich hatte alles verloren, was mir lieb und teuer war.
Aber dieses Tautropfenbad perlte wie Sekt auf meiner Haut;
und ich bin dankbar, weil ich mich hier am Ufer der neuen Träume
wieder so lebendig fühlte wie einst.
Ich hatte doch noch immer alles,
nämlich mein liebendes Herz und mein Leben.
Mein allergrößter Schatz, meine aller schönste Chance
bin doch immer ich selbst.
Alles was ich in der Welt verlor,
bleibt für immer im Schatzkästchen meines Herzens
und ruht in der Geborgenheit meiner ewigen Liebe.
Immer wenn ich Tautröpfchen sehe, weiß ich,
es ist ein Gruß des Himmels,

vielleicht auch ein Gruß von dir.